So gewöhnen Sie Ihrer Katze in 5 einfachen Schritten das Katzenklo wieder an

Aktie Email Pinterest Linkedin Twitter Facebook

Person entfernt und reinigt Katzentoilettentablett von Hand

Eine plötzliche Flut von Katzenurin und -kot im ganzen Haus ist sowohl beunruhigend als auch sehr ärgerlich. Besonders frustrierend wird es, wenn Ihre Katze zuvor zuverlässig die Katzentoilette benutzt hat – vielleicht sogar über viele Jahre hinweg.

Wenn sich die Toilettengewohnheiten Ihrer Katze verschlechtert haben, können Sie sicher sein, dass sie das nicht tut, um Sie zu ärgern. Oft steckt ein körperliches oder emotionales Problem dahinter – oder etwas stimmt mit der Katzentoilette selbst nicht.

Als Haustierbesitzer*in ist es nun Ihre Aufgabe, ein wenig Detektivarbeit zu leisten und die Ursache zu finden. Das Thema Toilette ist für Katzen sehr sensibel, und auch sie sind über eine Veränderung ihrer gewohnten Routine wahrscheinlich genauso verunsichert wie Sie.

Die folgenden Schritte können Ihnen dabei helfen, Ihrer Katze die richtige Nutzung der Katzentoilette wieder anzugewöhnen.

1. Medizinische Probleme ausschließen

Unangemessenes Urinieren – insbesondere an ungewöhnlichen Stellen – kann ein Hinweis auf ein medizinisches Problem sein. Wenn der Urin dunkel oder blutig aussieht oder Ihre Katze beim Wasserlassen Schmerzen zeigt, könnte eine Blasenentzündung oder eine Harnwegsinfektion vorliegen.

Ihre Tierärztin kann dies abklären. Vereinbaren Sie daher im Zweifel unbedingt einen Untersuchungstermin. Jede Katze, die sich beim Urinieren sichtbar anstrengt, aber nur wenig oder gar keinen Urin absetzen kann, sollte sofort untersucht werden, da dies auf eine Harnblockade hindeuten kann – ein sehr ernstes und potenziell lebensbedrohliches Problem.

Es kann auch sein, dass Ihre Katze außerhalb der Katzentoilette uriniert, weil sie insgesamt mehr trinkt. Polydipsie – also erhöhter Durst – kann ein Anzeichen für Erkrankungen wie Diabetes, Nierenerkrankungen oder Schilddrüsenprobleme sein. Auch in diesem Fall ist ein Tierarztbesuch der beste Weg, um solche Ursachen auszuschließen. Möglicherweise werden Urin- oder Bluttests durchgeführt, um sicherzugehen, dass Ihre Katze gesund ist.

2. Durchbrechen Sie den Teufelskreis

Manchmal urinieren Katzen aus unbekanntem Grund einmal an einer neuen oder ungewöhnlichen Stelle und werden anschließend durch ihren eigenen Geruch wieder dorthin gelockt. Wie wir wissen, sind Katzen Gewohnheitstiere – und manchmal entwickeln sich leider die falschen Gewohnheiten. Um weitere „Unfälle“ zu verhindern, sollten Sie den betroffenen Bereich mit einem enzymatischen Reiniger gründlich säubern.

Reinigen Sie die Stelle an drei aufeinanderfolgenden Tagen. Auch wenn der Geruch für uns verschwunden scheint, kann Ihre Katze ihn immer noch wahrnehmen. Wenn möglich – besonders wenn die Katze den Ort schon länger nutzt – sollten Sie versuchen, ihr für ein bis zwei Wochen den Zugang zu dieser Stelle zu verwehren.

3. Gehen Sie auf alle Verhaltensprobleme oder Stressfaktoren ein

Hauskatze schaut auf die Katzentoilette

Das Verrichten von Notdurft außerhalb der Katzentoilette ist bei Katzen ein häufiges Stress- oder Angstsymptom.

Die Gewohnheiten rund um das Katzenklo spiegeln oft den emotionalen Zustand Ihrer Katze wider. Alles, was sie stresst oder verunsichert, kann ihr Toilettenverhalten beeinträchtigen. Dazu können unter anderem gehören:

  • Neue Haustiere oder Babys im Haushalt
  • Katzen aus der Nachbarschaft, die in Ihren Garten kommen
  • Bauarbeiten oder andere Veränderungen in ihrem gewohnten Umfeld
  • Veränderungen im Tagesablauf der Familie

Manche Auslöser – wie fremde Katzen in der Umgebung – lassen sich kaum beeinflussen. Auf andere Faktoren hingegen können Sie wesentlich besser einwirken. So können Sie neue Haustiere zum Beispiel langsam und kontrolliert eingewöhnen und dafür sorgen, dass Ihre Katze genug Rückzugsorte hat, um sich sicher zu fühlen.

Es gibt verschiedene Produkte, die dazu beitragen können, den Stresspegel einer Katze zu senken – etwa Diffusoren, die beruhigende Pheromone abgeben, oder spezielle beruhigende Katzennahrung. Alles, was Ihrer Katze ein stärkeres Gefühl von Sicherheit vermittelt, kann sich positiv auf ihr Verhalten rund um die Katzentoilette auswirken.

Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie am besten mit Ihremer Tierärztin oder einer erfahrenen Fachperson für Tierverhalten darüber, wie Sie Ihre Katze bestmöglich unterstützen können, damit sie sich wieder wohl und sicher fühlt.

4. Machen Sie die Katzentoilette attraktiv

Ihre Katze kann noch so gesund und entspannt sein – wenn ihr das Katzenklo, die Streu, der Standort oder die Sauberkeit nicht zusagen, wird sie es nur ungern benutzen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie die für Ihre Katze bestmögliche Katzentoilette auswählen.

Art der Katzentoilette: Eine schüchterne oder ängstliche Katze fühlt sich mit hohen Wänden und einem Deckel oft wohler, weil sie mehr Privatsphäre hat. Ein kleines Kätzchen oder eine ältere Katze mit Arthritis hingegen könnte Schwierigkeiten haben, über hohe Ränder zu steigen. Für sie eignet sich eine Toilette mit niedrigerem Einstieg besser.

Katzenstreu: Auch bei der Streu haben Katzen unterschiedliche Vorlieben. Wenn Ihre Katze beim Klo-Training Rückschritte macht – etwa nachdem Sie von Tonstreu auf Pellets oder Sand gewechselt haben –, kann es sinnvoll sein, wieder auf die gewohnte Streu umzusteigen. Denken Sie daran: Katzen sind Gewohnheitstiere.

Sauberkeit: Als Faustregel gilt, dass alle Katzen ein sauberes Katzenklo bevorzugen. Wenn das Training nachlässt, prüfen Sie, ob die grundlegende Pflege stimmt: Entfernen Sie täglich Kot und Urinklumpen und reinigen Sie die Toilette einmal pro Woche gründlich.

Standort: Die meisten Katzen erledigen ihr Geschäft gern abseits ihres Futter- und Schlafplatzes. Überlegen Sie deshalb gut, wo die Katzentoilette stehen sollte, damit sich Ihre Katze dort sicher und ungestört fühlt.

5. Verstärkung und Ermutigung

Rothaarige Katze in der Katzentoilette

Bieten Sie Ihrer Katze nach Benutzung der Katzentoilette ein Leckerli an, um das gewünschte Verhalten zu verstärken.

Wir alle hören gern, dass wir etwas gut machen – und bei Ihrer Katze ist das nicht anders. Denken Sie daran, Ihre Katze nicht zu bestrafen oder zu schimpfen, wenn ihr außerhalb der Katzentoilette ein Missgeschick passiert. Wenn Sie sie zufällig dabei erwischen und sie Anzeichen zeigt, dass sie gleich auf die Toilette muss, können Sie sie vorsichtig hochheben und in eine saubere Katzentoilette setzen.

Wenn Ihre Katze es richtig macht und ihr Geschäft im Katzenklo verrichtet, dürfen Sie sie mit viel Lob und Ermutigung belohnen. Auch ein kleines Lieblingsleckerli kann helfen.

Avatar photo

Dr. Alexandra Warner BVMS

Alexandra arbeitete in gemischten Praxen in ganz Großbritannien und Australien und behandelte große und kleine Tiere. Als Expertin für Ernährung und Verhalten ist sie heute leitende Tierärztin in einer Praxis für Haustiere im Norden der Südinsel Neuseelands.