
Katzen sind sehr intuitive und instinktive Tiere. Auch wenn es wissenschaftlich nicht bewiesen ist, glauben viele Menschen, dass Katzen den Tod von Menschen spüren können und sogar merken, wenn ihre eigene Zeit gekommen ist. Bekannt ist jedenfalls, dass sich viele Katzen vor ihrem Tod an einen sicheren, ruhigen und abgeschiedenen Ort zurückziehen – doch ob sie wirklich verstehen, was passiert, bleibt unklar.
Eine besondere Katze mit einem besonderen sechsten Sinn
In einem Pflegeheim in Providence, Rhode Island, das unheilbar kranke Menschen betreute, lebte eine Katze namens Oscar. Oscar war nicht nur ein wichtiger Begleiter für die Bewohner – den Pflegerinnen und Pflegern fiel auch etwas Ungewöhnliches an ihm auf.
Oscar schien zu wissen, wann ein Bewohner dem Tod nahe war. In solchen Momenten legte er sich zu ihnen ins Bett und schnurrte. Wenn Angehörige es nicht rechtzeitig schaffen konnten, war Oscar in den letzten Augenblicken ihres Lebens an ihrer Seite.
Seine auffallend treffsichere Fähigkeit, den nahenden Tod zu erkennen, verblüffte sogar den behandelnden Arzt. Er verfasste schließlich einen Bericht darüber im New England Journal of Medicine.
Was können Katzen spüren?
Es ist bislang wenig darüber bekannt, wie Katzen den Tod spüren könnten. Vermutet wird jedoch, dass ihr außergewöhnlich feiner Geruchssinn eine entscheidende Rolle spielt. Katzen könnten möglicherweise erkennen, wenn sich der Körper eines Menschen verändert und Organe beginnen zu versagen.
Ein sterbender Mensch könnte zudem bestimmte Pheromone oder chemische Stoffe freisetzen, die Katzen wahrnehmen können. Da bekannt ist, dass Katzen mithilfe ihres Geruchssinns auch Erkrankungen wie Infektionen oder Veränderungen im Stoffwechsel erspüren können, ist es durchaus denkbar, dass sie auch eine chemische Veränderung wahrnehmen, die kurz vor dem Tod auftritt.
Außerdem könnten Katzen in der Lage sein, eine sinkende Körpertemperatur zu bemerken oder subtile Veränderungen in der Körpersprache und im Verhalten des Menschen zu beobachten – Dinge, die wir selbst vielleicht gar nicht bewusst wahrnehmen.
Wie können Katzen Sie vor dem Tod warnen?

Katzen verbringen manchmal mehr Zeit mit Menschen, die dem Tod nahe sind.
Viele Katzenbesitzer berichten davon, dass sich das Verhalten ihrer Katzen verändert hat, bevor ein geliebter Mensch gestorben ist. Ähnlich wie bei Oscar wurden die Katzen plötzlich anhänglicher, suchten mehr Nähe, schnurrten häufiger und kuschelten intensiver als sonst.
Interessanterweise zeigen Katzen ein ähnliches Verhalten auch dann, wenn sie spüren, dass ihr eigenes Leben zu Ende geht. Manche Katzen suchen dann besonders die Nähe ihrer Bezugsperson, als wollten sie auf ihre Weise etwas mitteilen.
Wenn Katzen ihren nahenden Tod wahrnehmen, ziehen sie sich häufig an ruhige, geschützte Orte zurück. Wohnungskatzen findet man dann oft zusammengerollt unter dem Bett oder in einem offenen Schrank. Freigängerkatzen suchen eher Plätze wie Büsche, Garagen oder geschützte Orte unter Autos auf.
Wissen Katzen, wann sie sterben werden?
Auch wenn es dazu nur wenige wissenschaftliche Belege gibt, bemerken viele Tierhalterinnen und Tierhalter deutliche Verhaltensänderungen in den Tagen vor dem Tod ihrer Katze. Tiere, die sonst eher ruhig sind, miauen oder schnurren plötzlich häufiger. Katzen am Lebensende fressen oft weniger, wirken abgeschlagen oder ungepflegt und ihre Stimmung verändert sich.
Katzen, die Schmerzen haben oder sehr schwach geworden sind, nutzen ihre Katzentoilette möglicherweise nicht mehr so regelmäßig wie früher. Für sehr alte oder schwer kranke Katzen kann man dann oft nur noch eines tun: ihnen den Alltag so angenehm und stressfrei wie möglich gestalten.
Auch die Stimmung kann sich verändern: Eine normalerweise sehr liebevolle und verschmuste Katze kann plötzlich distanziert, gereizt oder ungewöhnlich still werden. Manche Katzen vermeiden es dann, hochgehoben oder gestreichelt zu werden.
Katzen und Trauer
Katzen können menschliches Verhalten und menschliche Stimmungen sehr gut wahrnehmen und spiegeln. Wenn wir fröhlich sind, reagieren viele Katzen ebenfalls entspannter und zufrieden. Wenn wir traurig oder wütend sind, bemerken Katzen das oft sofort. Trauernde Katzenbesitzer stellen daher manchmal fest, dass ihre Katze ruhiger oder zurückhaltender wird, wenn sie eine starke Stimmungsveränderung bemerkt.
Ob Katzen um andere Tiere trauern, ist schwer zu sagen. Da sie keine Herden- oder Rudeltiere sind, sind sie deutlich unabhängiger als Hunde. In der freien Natur würden sie sich meist nicht intensiv um Artgenossen kümmern, die sterben.
Wenn jedoch ein menschlicher Gefährte stirbt, zu dem eine Katze eine sehr enge Bindung hatte, kann sie tatsächlich trauern. Viele Katzen werden dann stiller, anhänglicher oder suchen verstärkt die Nähe der verbleibenden Familienmitglieder. Manche wirken, als würden sie nach der verstorbenen Person suchen.
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