Seit 2005 besteht in spezialisierten Klonlaboren die Möglichkeit, Haustiere zu klonen. Lebende oder kürzlich verstorbene Tiere können von ihren Besitzern geklont werden, um ein genetisch identisches Haustier zu schaffen und so das geliebte Tier für die Zukunft zu erhalten.
Prominente wie Barbra Streisand haben offen über das Klonen ihrer Haustiere gesprochen. Im Jahr 2017 klonte eine Haustierbesitzerin namens Kelly Anderson ihre geliebte Katze Chai, die im Alter von fünf Jahren verstarb. Ihre neue Katze, Belle, wurde schnell zu einer TikTok-Berühmtheit (@clonekitty), wodurch das internationale Interesse am Klonen von Haustieren stark zunahm.
Was ist genetisches Klonen?

Durch Klonen entsteht eine exakte genetische Kopie eines Tieres, im Wesentlichen ein eineiiger Zwilling.
Künstliche Befruchtung wird seit vielen Jahren angewendet, wobei die Spermien häufig kryokonserviert werden, bis sie gebraucht werden. Das Klonen geht jedoch noch einen Schritt weiter.
Klonen ist ein wissenschaftlicher Prozess, bei dem genetisches Material repliziert wird, um eine exakte Kopie einer Zelle, eines Gewebes oder eines Lebewesens zu erzeugen. Bei Tieren entsteht so mithilfe von Labortechniken praktisch ein eineiiger Zwilling.
Seit den 1970er Jahren klonen Wissenschaftler Mäuseembryonen, doch erst 1996 gelang es, mithilfe einer somatischen Zelle aus dem Euter eines Schafs ein erwachsenes Säugetier zu klonen. Das Klonen des Schafs Dolly war der Startschuss für das Klonen zahlreicher Nutztiere und schließlich auch von Haustieren.
Im Jahr 2001 gelang Wissenschaftlern die Produktion des ersten Klons einer Hauskatze namens CC (kurz für Copy Cat). Kurz darauf, im Jahr 2005, klonte ein Labor in Südkorea den ersten Haushund – einen Afghanischen Windhund. Es dauerte über 100 Schwangerschaften, bis ein Klonwelpe überlebte.
Warum ein Tier klonen?

Das Klonen bietet viele potenzielle wissenschaftliche Möglichkeiten, darunter die medizinische Forschung und den Schutz bedrohter Arten.
Das Klonen wird auch im Bereich des Artenschutzes erforscht und könnte eine Möglichkeit bieten, Arten vor oder sogar nach ihrem Aussterben zu bewahren. Besonders bei Tieren wie Elefanten, die lange Schwangerschaftszeiten und eine späte Geschlechtsreife haben, könnte Klonen helfen, die Zeit zwischen den Generationen zu verkürzen.
Beim Klonen von Haustieren gibt es unterschiedliche Beweggründe. Meistens möchten Besitzer ein neues Tier mit denselben Eigenschaften wie ein anderes, vielleicht verstorbenes oder älteres, geliebtes Haustier. Einige Katzen besitzen eine ganz besondere Ausstrahlung, die schwer in Worte zu fassen ist – sie sind oft außergewöhnliche Charaktere, sehr intuitiv und stark an ihre Besitzer gebunden.
In solchen Fällen ist gut nachvollziehbar, wie schmerzhaft der Verlust eines besonderen Haustiers sein kann und wie tröstlich die Möglichkeit ist, später einen eineiigen Zwilling desselben Tieres zu schaffen. Bei reinrassigen Katzen und Hunden könnte durch eine gezielte Verwaltung des Genpools das Klonen dazu beitragen, die genetische Vielfalt zu erhalten und zu verhindern, dass seltene Rassen aussterben.
Wie klone ich mein Haustier?

Dienstleistungen zum Klonen von Haustieren werden von mehreren Unternehmen weltweit angeboten.
Weltweit bieten viele Unternehmen die Entnahme genetischer Proben an und kümmern sich um die Konservierung, Lagerung und Kultivierung der Zellen vor dem Klonen. Dennoch ist das Klonen von Haustieren in vielen Ländern nach wie vor illegal. In den USA gilt ViaGen Pets mit Sitz in Texas als führendes Unternehmen im Bereich Haustierklon.
Für den Tierhalter gestaltet sich das Klonen einer Katze vergleichsweise unkompliziert, da die komplexeren Arbeitsschritte im Labor erfolgen, nachdem die ersten Proben entnommen wurden.
Um Ihr Haustier klonen zu lassen, muss zunächst eine Gewebeprobe entnommen werden. Dafür führt der Tierarzt eine Hautbiopsie bei Ihrem aktuellen Tier durch. Die Probe wird anschließend an das Klonunternehmen geschickt, das die aufwendige genetische Konservierung übernimmt. Dabei wird die DNA extrahiert, eingefroren und kann über Jahre hinweg gelagert werden.
Beginnt der Klonprozess, erfolgt ein Kerntransfer: Dabei wird der Zellkern in einer Eizelle einer spendenden weiblichen Katze durch die konservierte DNA Ihres Haustiers ersetzt. Alternativ können eine leere Spendereizelle und die Zelle Ihrer Katze mithilfe eines elektrischen Stroms miteinander verschmolzen werden. Die Eizelle wird dann im Labor vermehrt, bis sich ein Embryo bildet.
Der Embryo wird in die Gebärmutter einer Leihmutter eingepflanzt. Verläuft alles erfolgreich, entwickelt sich eine normale Schwangerschaft, und ein genetischer Zwilling Ihrer Katze wird geboren. Sobald das Kätzchen alt genug ist, zieht es in seine neue Familie ein.
Wie viel kostet es, mein Haustier zu klonen?

Das Klonen eines Haustieres ist ein kostspieliges Unterfangen und kostet im Durchschnitt 50.000 US-Dollar.
Das Klonen ist ein komplexer und technisch anspruchsvoller mehrstufiger Prozess, der mit hohen Kosten verbunden ist. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels belaufen sich die Kosten für das Klonen einer Katze auf etwa 50.000 US-Dollar. Hinzu kommen oft noch Ausgaben für die genetische Konservierung und die Probenentnahme.
Warum ist das Klonen von Haustieren umstritten?

Der Einsatz von Ersatzkatzen, die zur Erzeugung geklonter Haustiere benötigt werden, wirft ethische Fragen auf.
Die Leihmutterschaft wirft wichtige Tierschutzfragen auf und stellt ein ethisches Dilemma dar: Ist es gerechtfertigt, dass ein Tier sein Leben in einer Laborumgebung verbringt und wiederholt schwanger wird – im Austausch für das Leben eines anderen Haustiers und zum Trost eines trauernden Besitzers?
Gleichzeitig ist die Abgrenzung zu regulären Zuchtpraktiken nicht immer einfach. In vielen Fällen geht es den Hunden und Katzen in Klonlaboren sogar besser als den Tieren, die von unseriösen Welpen- oder Kätzchenzüchtern stammen.
Leider gehen die Bedenken rund um die Leihmutterschaft noch weiter. Beim Klonen werden Eizellen von Spenderkatzen entnommen und die Embryonen in Leihmutterkatzen eingesetzt. Diese medizinischen Eingriffe stellen für die beteiligten Katzen oft eine Belastung dar. Zudem können Hormonbehandlungen bei Spender- und Leihmutterkatzen unangenehme Nebenwirkungen verursachen.
Doch das ist nicht alles: Trotz aller Fortschritte in der Klontechnik überleben nur wenige Embryonen bis zur Geburt. Fehlgeburten sind daher häufig, und es kann mehrere Leihmütter brauchen, bis ein einzelnes Kätzchen eine komplette Schwangerschaft übersteht und lebend zur Welt kommt.
Die umfassendere Ethik des Klonens von Haustieren

Manche Menschen sind der Meinung, dass das Klonen nicht stattfinden sollte, während heimatlose Haustiere in Tierheimen dahinvegetieren und darauf warten, adoptiert zu werden.
Wäre das Klonen von Haustieren weit verbreitet und würden viele Nachkommen von einem einzigen Tier erzeugt, würde der Genpool stark eingeschränkt. Dies könnte Inzuchtprobleme und genetische Mutationen in den kommenden Generationen nach sich ziehen. Aus gesundheitlicher Sicht hätte großflächiges Klonen somit erhebliche Folgen.
Einige Aktivisten kritisieren zudem, dass Prominente und Privatpersonen, die öffentlich das Klonen von Haustieren unterstützen, dadurch von der steigenden Zahl herrenloser Tiere in Tierheimen ablenken. Zudem sehen viele darin eine Ausbeutung von trauernden Tierbesitzern durch Unternehmen, die das Klonen anbieten.
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https://www.genome.gov/about-genomics/fact-sheets/Cloning-Fact-Sheet Abgerufen am 28. März 2023
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https://www.viagenpets.com/ Abgerufen am 20. März 2023
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Kim, MJ, Oh, HJ, Kim, GA, Park, JE, Park, EJ, Jang, G., Ra, JC, Kang, SK, Lee, BC (2012). Lehren aus dem Klonen von Hunden. Reproduktion von Haustieren. 47(4),115-9. Zugriff am 28. März 2023
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Kim, MJ, Oh, HJ, Kim, GA, Setyawan, EMN, Choi, YB, Lee, SH, Petersen-Jones, SM, Ko, CJ, Lee, BC (2017). Geburt von Klonen des weltweit ersten geklonten Hundes. Scientific Reports. 7(1), 15235. Abgerufen am 28. März 2023