
Einer Katze das „Sitz“-Geräusch beizubringen, macht viel Spaß, bietet praktische Vorteile und bildet die Grundlage für weitere Kommandos wie „Hände geben“, „High Five“, „Bleib“ und „Sitz auf einem Hocker“.
Einer Katze beizubringen, auf ein Signal hin „Sitz“ zu machen, schafft gleichzeitig eine wichtige Basis für das Streicheln, den täglichen Umgang und verschiedene Pflegeabläufe. Zudem ist es ein hilfreiches Signal, um unerwünschtes Verhalten wie das Springen auf Arbeitsflächen, das Vor-die-Tür-Laufen oder das Jagen eines neuen Haustiers oder Kleinkinds zu verhindern.
Folgen Sie dieser einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitung, um zu erfahren, wie Sie Ihrer Katze das Sitzen beibringen!
Trainingsrichtlinien
1. Ultimative Umgebung

Die ideale Umgebung sollte ein ruhiger Raum sein, in dem Ihre Katze nicht so leicht abgelenkt wird – also fern von Spielzeug, Futternapf, anderen Haustieren und bellenden Hunden.
2. Requisiten

Bereiten Sie vor der Trainingseinheit alle benötigten Dinge vor – dazu gehören Klicker, Zielstock, Leckerli-Tasche, Leckerlis, Spielzeug und eventuelle Requisiten.
3. Belohnungen

Verwenden Sie hochwertige Verstärkung – also alles, was Ihre Katze in diesem Moment wirklich motiviert oder interessiert.
Zu den besten Leckerbissen zählen weiche, kleine Snacks wie luft- bzw. gefriergetrocknetes Lamm, Thunfisch, gegrilltes Hähnchen, cremige Dine/Churu-Leckereien oder Nassfutter aus der Dose. Manche Katzen nehmen Futter nicht direkt aus der Hand. Probieren Sie es dann mit einem Löffel, einem Eisstiel oder legen Sie die Leckerbissen einfach auf einen kleinen flachen Teller vor Ihre Katze.
Für spielbegeisterte Katzen sollten Sie mindestens zwei Spielzeuge bereithalten, die Sie während der Trainingseinheit abwechselnd einsetzen. Besonders gut eignen sich Federstab-Anhänger und Teaser, da sie sich schnell bewegen und natürliche Beute imitieren. Reservieren Sie bestimmte Spielzeuge ausschließlich fürs Training und bewahren Sie diese außer Reichweite auf, damit sie attraktiv bleiben.
Weitere mögliche Belohnungen sind Streicheln, Kinnkraulen oder Bürsten – je nachdem, was Ihre Katze besonders schätzt.
4. Clicker-Typ

Besorgen Sie sich den passenden Klickertyp. Die meisten Katzen mögen das Klickgeräusch, manche reagieren jedoch ängstlich darauf. Wenn Ihre Katze vor dem normalen Klicker zurückschreckt, stecken Sie ihn in die Tasche, verwenden Sie ein Modell mit einem sanfteren Geräusch, nutzen Sie einen Kugelschreiber oder rollen Sie stattdessen mit der Zunge.
5. Zeitplan und Dauer der Sitzung – Halten Sie es kurz!

Die effektivsten Trainingseinheiten sind kurz, da Katzen nur eine begrenzte Aufmerksamkeitsspanne haben. Die erste Einheit sollte aus ein paar Klicks und Leckerlis bestehen und weniger als eine Minute dauern. Generell sollten Trainingseinheiten für Katzen kurz, aber unterhaltsam sein und etwa 2 bis 5 Minuten dauern (idealerweise rund 3 Minuten). Danach machen Sie eine Pause und spielen ein wenig mit Ihrer Katze.
Trainieren Sie am besten vor oder zwischen den Mahlzeiten, wenn Ihre Katze hungrig ist, und achten Sie darauf, dass sie nicht mehr bekommt als ihre empfohlene Tagesration.
Und denken Sie daran: Wenn es Ihnen oder Ihrer Katze heute nicht gut geht oder Ihre Katze keine Lust hat, warten Sie einfach bis morgen. Das Training sollte für Sie beide angenehm sein.
Wie bringt man einer Katze Schritt für Schritt das Sitzen bei?

Wählen Sie einen verbalen Hinweis: „Sitz“, „Sitz hübsch“.
Einfachste Technik: Locken
- Schritt 1: Brechen Sie ein kleines Leckerli auf oder bereiten Sie eine Churu-Röhre vor, lassen Sie Ihre Katze daran riechen, um ihr Interesse zu wecken, und legen Sie es in Ihre Hand.
- Schritt 2: Stellen Sie sich vor Ihre Katze oder hocken Sie sich vor sie (beugen Sie sich nicht über sie, manche Katzen fühlen sich dadurch eingeschüchtert).
- Schritt 3: Führen Sie Ihre Hand langsam über Nase und Kopf, zwischen den Ohren hindurch in Richtung Schwanz, während das Leckerli außer Reichweite bleibt.
- Schritt 4: Wenn Ihre Katze der Hand folgt, bewegt sich ihr Körper automatisch in die Sitzposition. Klicken Sie und geben Sie sofort ein Leckerli, sobald ihr Hinterteil den Boden berührt.
- Schritt 5: Wiederholen Sie Schritt 4 einige Male.
- Schritt 6: Verwenden Sie die Handbewegung aus Schritt 3 nun ohne Leckerli. Klicken Sie, wenn der Hintern den Boden berührt, und geben Sie das Leckerli aus der anderen Hand. Wiederholen Sie diesen Schritt einige Male.
- Schritt 7: Sobald Ihre Katze verstanden hat, dass sie sich bei der erhobenen Hand hinsetzen soll, geben Sie unmittelbar vor dem Hinsetzen das verbale Signal „Sitz“.
- Schritt 8: Werfen Sie das Leckerli weg, um Ihre Katze zurückzusetzen, und üben Sie erneut.
- Schritt 9: Wenn Ihre Katze das Sitz-Kommando verlässlich ausführt, vergrößern Sie den Abstand zu ihr und ermutigen Sie sie, etwas länger sitzen zu bleiben.
- Schritt 10: Sobald Ihre Katze sicher sitzt, verlängern Sie die Intervalle zwischen den Klicks allmählich und belohnen Sie sie in größeren Abständen.
Alternative Technik: Aufforderung mit Zielstab

Eine alternative Methode zum Katzentraining besteht darin, Zielstäbe zu verwenden und diese sanft nach oben und um die Nase der Katze herum zu bewegen. Melina Grin / Cats.com
- Schritt 1: Setzen, stellen oder hocken Sie sich vor Ihre Katze.
Schritt 2: Bewegen Sie den Zielstab vorsichtig nach oben und um ihre Nase herum. - Schritt 3: Während Ihre Katze dem Ziel mit Augen und Nase folgt, bewegt sich ihr Körper automatisch in die Sitzposition. Klicken Sie und belohnen Sie sie sofort, sobald der Hintern den Boden berührt.
- Schritt 4: Wiederholen Sie Schritt 3 mehrere Male.
- Schritt 5: Wenn Ihre Katze das Signal verstanden hat, ersetzen Sie den Zielstab durch Ihren Finger.
- Schritt 6: Sobald Ihre Katze weiß, dass sie sich hinsetzen soll, während Sie Ihren Finger über ihren Kopf halten, geben Sie unmittelbar vor dem Hinsetzen das verbale Signal „Sitz“.
- Schritt 7: Werfen Sie das Leckerli weg, um Ihre Katze zurückzusetzen, und üben Sie erneut.
- Schritt 8: Wiederholen Sie Schritt 6 mehrmals.
- Schritt 9: Ermutigen Sie Ihre Katze, etwas länger sitzen zu bleiben, ohne sie zu drängen.
- Schritt 10: Klicken Sie zunehmend unregelmäßig und belohnen Sie nur noch gelegentlich.
Trainingstipps, Tricks und Fehlerbehebung

Seien Sie geduldig mit Ihrer Katze, verwenden Sie nur positive Verstärkung und bestrafen Sie sie nicht und zwingen Sie sie nicht, sich hinzusetzen, da dies zu Frustration, Angst und Stress führen kann, was zu einer Abneigung gegen das Training führt.
Wenn Ihre Katze Schwierigkeiten hat, sich vollständig hinzusetzen, klicken und belohnen Sie kleine Zwischenschritte (Formung), wie etwa das Schnüffeln an Ihrer Hand, das Neigen des Kopfes oder das leichte Einknicken der Hinterbeine.
Wenn Ihre Katze sich auf die Hinterbeine stellt, statt sich zu setzen, führen Sie Ihre Hand näher an ihre Nase heran.
Bei Katzen, die sich eher rückwärts bewegen als in die Hocke zu gehen, trainieren Sie am besten vor einer Wand.
Stellen Sie Ihre Katze stets auf Erfolg ein, indem Sie ihre Körpersprache genau beobachten – etwa Anzeichen von Müdigkeit oder Unruhe wie das Ablehnen von Leckerlis, leichte Ablenkbarkeit oder das Nichtbefolgen vertrauter Signale. Beenden Sie die Übung positiv und probieren Sie es an einem anderen Tag erneut.
Seien Sie geduldig, setzen Sie ausschließlich auf positive Verstärkung und vermeiden Sie jede Form von Strafe oder Zwang. Das kann sonst Frustration, Angst und Stress auslösen und dazu führen, dass Ihre Katze eine Abneigung gegen das Training entwickelt.







