15 Fakten, die Sie über Wildkatzen wissen sollten

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Wildkatzen haben einen besonderen Platz im Herzen vieler Katzenfreunde weltweit. Diese Tiere sind nicht auf den Menschen angewiesen, um zu überleben – dennoch setzen sich viele engagierte Menschen mit einem Herz für notleidende Katzen bewusst dafür ein, ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Dank der TNR-Initiativen (Trap-Neuter-Return), gezielter Pflege und regelmäßiger Fütterung zeigen uns diese Wildkatzen immer wieder, wie erstaunlich widerstandsfähig sie sind. Lesen Sie weiter und entdecken Sie spannende Fakten über wilde Katzen – vielleicht ist auch etwas dabei, das Sie bisher noch nicht wussten …

1. TNR macht einen großen Unterschied im Leben wilder Katzen

Fakten über Wildkatzen

Wilde Katzen misstrauen Menschen von Natur aus.

Wilde Katzen bringen von Natur aus ein tiefes Misstrauen gegenüber Menschen mit. Wenn sich jedoch engagierte und mitfühlende Menschen die Zeit nehmen, diese Tiere einzufangen, kastrieren zu lassen und anschließend wieder in ihre gewohnte Umgebung zurückzubringen, hat das eine enorme Wirkung: Die Zahl unerwünschter Katzenwürfe geht deutlich zurück.
Wie groß dieser Effekt sein kann? Schätzungen zufolge können aus nur zwei nicht kastrierten Wildkatzen innerhalb von sieben Jahren bis zu 420.000 Nachkommen entstehen.

2. Wildkatzen miauen oft nicht

Fakten über Wildkatzen

Sie machen viele Katzengeräusche, aber Wildkatzen miauen normalerweise nicht.

Anders als viele Katzenfreunde vermuten, richten Katzen ihr klagendes Miauen hauptsächlich an uns Menschen – nicht an Artgenossen. Genau das ist auch der Grund, weshalb man wilde Katzen nur selten miauen hört. Zwar äußern sie sich auf vielfältige Weise mit typischen Katzengeräuschen, doch das Miauen gehört in der Regel nicht dazu. Da sie nicht in engem Kontakt mit Menschen leben, haben sie nie gelernt, dieses Lautäußerung gezielt einzusetzen, um ihre Bedürfnisse gegenüber Menschen auszudrücken.

3. Obwohl sie wild sind, sind Wildkatzen technisch gesehen immer noch domestizierte Katzen

Fakten über Wildkatzen

Eine Wildkatze wird es sich zwar nicht auf Ihrem Schoß gemütlich machen, während Sie ein gutes Buch lesen, dennoch gelten diese Katzen als domestizierte Katzen.

Auch wenn sich eine Wildkatze vermutlich nie auf Ihrem Schoß zusammenrollen wird, während Sie ein gutes Buch lesen, zählt sie dennoch zur Art der domestizierten Hauskatzen.
Allerdings sollten Sie keinesfalls versuchen, eine solche Katze hochzuheben oder zu streicheln, wenn Sie ihr begegnen – Sie würden sie nur erschrecken. Außerdem kann ein Kratzer von einer Wildkatze schnell zu einer ernsthaften Infektion führen.

4. Wildkatzen und Streunerkatzen sind zwei völlig unterschiedliche Katzenarten und verhalten sich auch so

Fakten über Wildkatzen

Es ist wichtig zu beachten, dass Wildkatzen in ihrem Leben keine bis nur sehr wenige Interaktionen mit Menschen hatten.

Wichtig ist der Unterschied in der Lebenserfahrung: Wildkatzen haben in der Regel keine oder nur sehr wenige Berührungspunkte mit Menschen gehabt. Eine streunende Katze hingegen stammt ursprünglich aus einem Haushalt und zeigt aufgrund früherer Erfahrungen oft ein gewisses Maß an Neugier oder Vertrauen gegenüber Menschen.

5. Männliche Wildkatzen haben oft sehr große Köpfe

Fakten über Wildkatzen

Kater, die vor Erreichen der Geschlechtsreife kastriert werden, haben nicht das Aussehen einer Straßenkatze mit großem, klobigem Kopf.

Kater, die noch vor Eintritt in die Geschlechtsreife kastriert werden, entwickeln nicht das typische Erscheinungsbild eines Streunerkaters mit großem, massigem Kopf. Für diese ausgeprägten Merkmale sind die Geschlechtshormone verantwortlich. Man geht davon aus, dass der größere Kopf bei Revierkämpfen unter Streunerkatern einen gewissen Schutz bietet.

6. Wildkatzen sind an das Leben im Freien gewöhnt und bevorzugen es, wenn es dort so ist

Fakten über Wildkatzen

Wildkatzen mögen zwar klein sein, aber wenn ihnen niemand Futter hinstellt, müssen sie jagen, um zu überleben.

In freier Wildbahn leben Katzen grundsätzlich im Freien. Auch wenn Wildkatzen eher klein wirken, sind sie auf sich allein gestellt – wenn kein Mensch sie füttert, bleibt ihnen nur die Jagd, um zu überleben. Genau dieses Überlebensprinzip prägt ihr Verhalten: Ein Leben im Freien ist für Wildkatzen völlig selbstverständlich, denn es ist das einzige, das sie je kennengelernt haben – und mit dem sie sich arrangiert haben.

7. Wildkatzen können genauso gesund sein wie Hauskatzen

Wildkatzen können in unterschiedlichen Landschaften überleben.

Vorausgesetzt, sie erhalten eine geeignete Ernährung und haben Zugang zu einem Lebensraum, in dem sie sich vor Raubtieren und Menschen zurückziehen können, sind Wildkatzen durchaus in der Lage, ein gesundes Leben zu führen. Tatsächlich sind sie anpassungsfähig genug, um in ganz unterschiedlichen Landschaften zu überleben.

8. Ein Tierheim ist kein guter Ort für eine Wildkatze

Fakten über Wildkatzen

Wie wir oben erwähnt haben, könnten wilde Katzen im technischen Sinne des Wortes domestiziert sein,

Wie bereits erwähnt, gelten Wildkatzen zwar im technischen Sinne als domestiziert – dennoch sollten sie als das respektiert werden, was sie tatsächlich sind: eigenständige Wildtiere. Sie wünschen keinen engen Kontakt zum Menschen und möchten weder gehalten, gestreichelt noch angefasst werden.

Aus diesem Grund ist es in der Regel keine gute Lösung, eine Wildkatze einzufangen und in ein Tierheim zu bringen. Leider führt genau das häufig zu einem tragischen Ausgang: Aufgrund begrenzter Ressourcen und Überfüllung werden viele Tiere im Tierheim eingeschläfert. Besonders für Wildkatzen, die als kaum oder gar nicht vermittelbar gelten, bedeutet eine Abgabe oft ein endgültiges Urteil.

9. Wildkatzen wirken gepflegt und haben ein schönes Fell, während Streunerkatzen ungepflegt und zerzaust wirken

Fakten über Wildkatzen

Wildkatzen hingegen wirken gepflegt und haben ein glänzendes Fell.

Für eine streunende Katze, die früher ein Zuhause hatte und stets wusste, woher die nächste Mahlzeit kommt, ist das Leben auf der Straße eine große Herausforderung. Diese Belastung zeigt sich oft deutlich – auch am Zustand ihres Fells, das ungepflegt und matt wirken kann.
Wildkatzen hingegen machen in der Regel einen deutlich stabileren Eindruck: Ihr Fell ist meist sauber, glänzend und gut gepflegt – ein Zeichen ihrer Anpassung an das Leben in freier Wildbahn.

10. Wilde Katzen können mit Geduld, Verständnis und Liebe gezähmt werden

Fakten über Wildkatzen

Es gibt unzählige herzerwärmende Geschichten von Wildkatzen, die gezähmt wurden und den Rest ihres neunten Lebens verwöhnt verbringen.

Es gibt zahlreiche berührende Geschichten von Wildkatzen, die mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen gezähmt wurden – und den Rest ihres neunten Lebens in Sicherheit und Fürsorge genießen durften.
Sie fragen sich, welche Schritte notwendig sind, um das Vertrauen einer Wildkatze zu gewinnen und sie womöglich zu zähmen? Dann lesen Sie weiter – hier erfahren Sie mehr darüber.

11. Wildkatzen sind geschickte Jäger

Fakten über Wildkatzen

Wildkatzen tun, was zum Überleben nötig ist, und sowohl männliche als auch weibliche Wildkatzen lernen schon in jungen Jahren, geschickte Jäger zu werden.

Auch wenn Sie gelegentlich etwas Käse, Joghurt oder katzenfreundliches Obst mit Ihrer eigenen Katze teilen, ernähren sich Wildkatzen in der Regel ausschließlich von tierischen Proteinen – es sei denn, sie finden von Menschen bereitgestelltes Katzenfutter.
Wildkatzen tun, was zum Überleben notwendig ist. Schon in jungen Jahren lernen sowohl Kater als auch Kätzinnen, wie man geschickt und effizient jagt.

12. Wildkatzen jaulen oft nachts

Fakten über Wildkatzen

Wildkatzen sind für die lauten Geräusche berüchtigt, die sie machen, wenn die Sonne untergeht.

Wenn Sie schon einmal das Jaulen einer rolligen Katze gehört haben, wissen Sie genau, wie durchdringend solche Lautäußerungen sein können. Bei Wildkatzen, die in der Regel nicht kastriert sind, wirken die Hormone besonders stark – sie treiben die Tiere dazu, aktiv nach einem Paarungspartner zu suchen.
Nächtliches Schreien kann bei Wildkatzen verschiedene Ursachen haben: Es kann Ausdruck von Schmerzen sein, Hunger signalisieren, durch Revierkämpfe ausgelöst werden – oder schlicht auf Langeweile zurückgehen.

13. Wildkatzen sind unglaublich territorial

Fakten über Wildkatzen

Wildkatzen verlassen sich auf dieses territoriale Verhalten, um anderen Wildkatzen in ihrer Umgebung zu signalisieren, dass sie sich fernhalten sollen, da dies sonst Konsequenzen haben wird.

Eines der typischen Merkmale wilder Katzen ist ihr ausgeprägtes Revierverhalten – insbesondere das Markieren. Wildkatzen verlassen sich auf dieses territoriale Verhalten, um Artgenossen unmissverständlich zu signalisieren, dass sie sich besser fernhalten sollten – andernfalls kann es zu ernsthaften Auseinandersetzungen kommen.

Hat eine Wildkatze ihr Revier erst einmal festgelegt, nimmt sie dessen Verteidigung sehr ernst. Neben dem Markieren durch Urinspritzen zeigen Wildkatzen bei Bedrohung schnell das gesamte Repertoire aggressiven Katzenverhaltens: Fauchen, Kratzen, Knurren und Beißen gehören dabei zur typischen Abwehrstrategie.

14. Wildkatzen werden oft in drei Kategorien eingeteilt

Fakten über Wildkatzen

Tierrettungsexperten kategorisieren diese wilden Hauskatzen in drei verschiedene Gruppen: verwildert, halbverwildert und sozialisiert.

Die Einordnung wilder Katzen erfolgt in der Regel nach einem einfachen Schema. Tierschutzexperten unterscheiden dabei drei Hauptkategorien unter den verwilderten Hauskatzen: wild, halbwild und sozialisiert.

15. Wildkatzen haben aus einem ganz bestimmten Grund Angst vor Menschen

Fakten über Wildkatzen

Wildkätzchen haben in dieser entscheidenden Phase ihres frühen Lebens keinen Kontakt mit Menschen.

Die Kittenzeit ist eine entscheidende Phase für die soziale Entwicklung von Katzen. Zwischen der dritten und neunten Lebenswoche lernen Hauskätzchen, sich zu sozialisieren – und dass der Kontakt zu Menschen etwas Positives bedeuten kann.
Wilde Kätzchen hingegen wachsen in dieser prägenden Lebensphase meist ohne menschlichen Kontakt auf. Deshalb begegnen sie Menschen später instinktiv mit Vorsicht und Misstrauen.

Sie möchten Wildkatzen unterstützen? Am besten, Sie bieten ihnen regelmäßig hochwertiges Katzenfutter an. Falls Sie unsicher sind, welches Futter sich besonders gut eignet, finden Sie in diesem Artikel auf Cats.com umfassende Informationen und Empfehlungen.

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Cats.com Editorial Team

Das Redaktionsteam von Cats.com besteht aus erfahrenen Tierärzten, Verhaltensforschern und anderen Katzenexperten, die sich alle unserer Mission verschrieben haben, Katzenbesitzern die sichersten und zuverlässigsten Informationen zu bieten.